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Domfestspiele 2018: „Die Säulen der Hoffnung“

1. Der Anlass
2. Das Stück
3. Die Inszenierung
4. Die Szenen
5. Die Mitwirkenden
6. Das Leitungsteam

1. Der Anlass

2018 feiern die Domfestspiele St. Blasien ihr 25 jähriges Bestehen. Das bedeutsamere Erinnern richtet sich auf das Jahr 1768: Vor 250 Jahren ist das Kloster St. Blasien völlig niedergebrannt. Auf den Grundmauern dieser Brandruine hat Fürstabt Martin Gerbert das Kloster wieder aufbauen und den Kuppeldom, ein völlig neues Meisterwerk der Baukunst, errichten lassen. Dieses Ereignis steht im Mittelpunkt der
6. Domfestspiele 2018.


2. Das Stück

Die Säulen der Hoffnung
Die meisten berühmten Menschen wurden berühmt wegen ihres Wirkens als Erwachsene. Aber Kindheitserlebnisse waren oft prägend für ihr späteres Leben.
Der berühmte Fürstabt Martin Gerbert hatte als fünfjähriger Bub ein einschneidendes Erlebnis: Eines Nachts wütete eine Feuersbrunst, und seine Heimatstadt Horb brannte fast völlig nieder. Der kleine Franz wurde zwar in Sicherheit gebracht, doch er fühlte sich alleingelassen, sah und hörte nur all die Menschen, die schrien, rannten, Wasser schleppten, hilflos versuchten, zu löschen und zu retten, was zu retten war. Er stand hilflos da und betete inständig: „Lieber Gott, bitte, bitte, mach das Feuer aus!
Doch schon bald nach dem fürchterlichen Brand begannen die Menschen, den Blick in die Zukunft gerichtet, alles wieder aufzubauen. Ihr Gottvertrauen, ihre Zuversicht und Tatkraft waren für sie wie Säulen der Hoffnung. Und nach wenigen Jahren standen die Häuser, die Höfe und die Kirche wieder in neuem Glanze da, prächtiger als zuvor.
Bei alledem blieb dem kleinen Franz von jener Brandnacht das Trauma, die Angst, neuerlich Opfer des Feuers zu werden. Der Tagebucheintrag könnte aus seiner Feder stammen: “Wie merkwürdig, dass ich bis zum heutigen Tag keine Nacht schlafen kann, ohne von großer Angst vo dem Feuer erfasst zu werden.”
Das Stück zeigt Stationen im Leben des Fürtsabts Martin Gerbert, wie er offenbar das Kindheitserlebnis der Hilflosigkeit bewältigt hat, wie er mit der Urangst des Menschen vor Feuer umgegangen ist und wie er aus seinem tiefen Glauben für sich und für andere “Säulen der Hoffnung” gebaut hat.
Säulen der Hoffnung sind nicht aus Stein, stehen nicht festgemauert unbeweglich da. Sie stehen vielmehr mit beweglichen Elementen in Verbindung. Sie sind, nach einem Sinnbild des Mystikers Rufi, wie ein Zirkel zu verstehen: Nur der eine Schenkel dient als “Standbein”, der andere kann sich in weiten Kreisen bewegen.


3. Die Inszenierung

In seinem mutigen und weitsichtigen Handeln hat der Fürstabt nicht nur die Zeichen seiner Zeit erkannt, sondern weit darüber hinaus gedacht. Er hat sich als wahrer Visionär erwiesen. Das soll in der Inszenierung bildhaft herausgestellt werden:
Die Großbildprojektion mit einem 3D – Video-Mapping auf der Fassade des Domes wird eine mystische Wirkung erzeugen.

Dabei werden zwei historische Größen “aus den Türmen des Domes” das Geschehen auf der Bühne begleiten: Zum einen der Seher und Pestarzt Nostradamus, der in düsteren Bildern die Zukunft beschrieb. In seinen berühmt gewordenen Vierzeilern hat er vor mehr als 500 Jahren Prophezeiungen verfasst, die noch in unsere Zeit und weit darüber hinaus reichen. Etwa seine berühmte Warnung „Flieht, flieht vor dem Grauen des Verbrennens!“ Interpreten sahen darin die Vorhersage der Entwicklung der Atombombe. Für das Stück „Die Säulen der Hoffnung“ werden ihm diese Verse angedichtet:

Nostradamus
frisst sich in Häuser, färbt glutrot die Nacht.
Das Inferno, tief in der Seele des Knaben eingebrannt,
wird fortan der fromme Mann als Feuer des Teufels schauen.>

Eine Gruppe Jugendlicher heutiger Zeit verfolgt das mysteriöse Geschehen, findet in ihren Smartphones eine Auflösung dieser rätselhaften Verse finden und wird dem Publikum die Prophezeiung erklären.
Den düsteren Vorhersagen des Nostradamus setzt die heiligmäßige Hildegard von Bingen immer wieder eine hoffnungsfrohe Botschaft entgegen. Wie etwa diese gleich zu Beginn:

Hildegard
findest du Kraft, Zerstörtes wieder aufzubauen.
Aus der Wurzel von Vertrauen und Glaube wächst Hoffnung,
die Wunden heilt, und Neues wird aufblühen in Größe und Schönheit.>

Das Stück zeigt in einer virtuellen wie auch wirklichen Gegenwart,
wie Vertrauen auf die Erfahrungen der Vergangenheit baut,
und Hoffnung ihren Mut aus der Zukunft bezieht.


4. Die Szenen

1720

Das Geburtsjahr

Bei der Geburt von Franziskus kündigt Nostradamus die Feuerkatastrophen an, die dem Kind und später dem Mönch und Abt zu schaffen machen werden.
Einige Jugendliche von heute (darunter zwei oder drei Mädchen mit Kopftuch) treffen zusammen, suchen in ihren Smartphones nach den Nostradamus-Prophezeiungen und “übersetzen” sie (teilweise in Jugendsprache).


1725

Die Feuersbrunst von Horb


1733

Das Katzenmassaker von Paris


1736

Die Berufung in St. Blasien

Nostradamus beschreibt Franz Gerbert mit seiner inneren Unruhe als einen
“vom Feuer Getriebenen”. Franz wandert mit einem Freund von Freiburg nach St. Blasien. Dort in der Klosterkirche hört er mitten in einem feierlichen Choral und im schwellenden Orgelton eine innere Stimme, die ihm (durch Hildegard)
sagte: “Hier und nirgends anders wirst du deine Ruhe finden.”
100 Jahre Sparkasse Bonndorf, Fürstabt-Martin-Gerbert-Festgabe vom 228. Juni 1868)>



1755

Das Erdbeben von Lissabon



1768

Die Brandkatastrophe von St. Blasien



1769

Die Baupläne vom Dom



1783

Die Domweihe



1783

Die Die Ringparabel



2018

Die Die Ringparabel - neu erzählt



2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025

Blick in die Zukunft

Während die Jahreszahlen im Sekundetakt weiterticken, kündigt Nostradamus weitere Katastrophen an –
Hildegard wird in ihrer hoffnungsvollen Vision vom Schlusschor kräftig unterstützt.


5. Die Mitwirkenden

Mehr als 250 Menschen aus St. Blasien und der Region, Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer aus der gesamten Bevölkerung und aus allen Berufsgruppen werden in dem Stück mitwirken. Ungefähr 50 Schauspielerinnen und Schauspieler werden in Einzelrollen auftreten, so auch der Landrat und etliche Bürgermeister der Region.
Neben den Sprechrollen werden fast 200 Mitwirkende das Geschehen auf der Bühne in vielfältigen Gruppenszenen mitgestalten: Festspielchor, Tanzgruppen, Soldaten, Mönche, Nonnen, Bauernkinder und Jugendliche heutiger Zeit bringen die Ereignisse der Vergangenheit in die lebendige Gegenwart und machen Hoffnung, mit Mut an die Zukunft zu denken.


6. Das Leitungsteam

Rainer Fritz
Bürgermeister und Intendant

Sylvia Huber
Amtsleiterin und Projektassistenz (Koordination Kostümschneiderei)

Hanskarl Link
Technischer Leiter

Thomas Mutter
Bürgermeisterstellvertreter und Konzeptberatung

Gerd Umber
Pressefotograf und Öffentlichkeitsarbeit

Michael Neymeyer
Musikalische Leitung

Johann Meier
Produktionsleiter und Projektmanagement

Wolfgang Endres
Textbuch und Regie
Regisseur der Domfestspiele 1993, 1997, 2002, 2007 und Textbuchautor der Domfestspiele 2007, 2013.
Pädagoge, Referent in der Lehrerfortbildung, Programmplaner der BeltzForum-Bildungskongresse.









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Sa 10-12 Uhr